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Hiphop-Workshop in Kehl

Hiphop-Workshop in Kehl

Rap-Pädagogik verbindet Kulturen

In Kehl trafen sich Ende November Jugendliche aus Frankreich und Deutschland zu einem multikulturellen Hiphop-Workshop. Unter Anleitung des bilingualen Rapduos „Zweierpasch - double deux“ und mit Unterstützung der Initiative Kindermedienland entwickelten sie einen mehrsprachigen Rapsong. Am 17. Dezember geht es in Mulhouse mit einem gemeinsamen Video-Dreh weiter.

Der Jugendkeller St. Nepomuk in Kehl ist eher für härtere Töne bekannt. An dem Ort an dem normalerweise lokale Bands die Bühne rocken, wird heute Rap-Geschichte geschrieben. Zehn Jugendliche aus Frankreich und Deutschland im Alter von 13 bis 22 wollen heute einen gemeinsamen Song produzieren. Unter den Teilnehmern sind auch zwei Flüchtlinge aus Afghanistan und dem Irak. 

Die beiden Workshop-Leiter kennen sich gut aus mit musikalischer Völkerverständigung. Die beiden Zwillingsbrüder Till und Felix Neumann organisieren bereits seit 2006 an Schulen und Kulturzentren Rap-Workshops mit dem Ziel, Fremdsprachen sowie politische und kulturelle Themen zu vermitteln. Dabei waren sie häufiger über die Grenzen Deutschlands hinaus aktiv: 2012 im Auftrag der deutschen Botschaft bei einem Rap-Projekt in Westafrika und 2015 für Workshops und Konzerte in der Ukraine.

Bevor der Song aufgenommen werden kann, gilt es gemeinsam an den Texten zu schreiben. Nach einer gemeinsamen Ideenfindung und Besprechung des Themas geht es ans Reimen. Jeder Teilnehmer hat dafür sein Schreibwerkzeug parat: Stift, Blatt oder auch Smartphone. Einer der Teilnehmer hat für den Workshop extra einen Beat vorproduziert, der nun als kreativer Klangteppich in einer Dauerschleife abgespielt wird. Während der Jugendkeller von bassigen Beats erfüllt wird, schreiben die zehn Teilnehmer Reime über Rassismus und Einwanderung.

Am Nachmittag darf jeder seine eigene Strophe aufnehmen. Dafür geht es ins Tonstudio des Jugendkellers St. Nepomuk, wo zwischen schall-absorbierenden Wänden dafür das passende Großmembran-Mikrofon bereitsteht. Während jeder mit Kopfhörer auf den Ohren seine Reime zum Besten gibt, sitzt Heiko Borsch, Leiter des Jugendkellers St.Nepomuk, hinter den digitalen Reglern und gibt freundlich Regie-Anweisungen. Zum Schluss wird ein krönender Refrain aufgenommen, der genauso so vielfältig und bunt wie die anwesenden Teilnehmer klingt. Gemeinsam singen die zehn Jugendlichen auf Persisch, Deutsch und Französisch

"United - there are no borders for us!
United - hier ist kein Platz für Hass!
United - pas de haine entre frères et soeurs!
Bho ham, ich schwör, j'ai le coeur en couleur"

Am Abend ging es rap-technisch nochmal richtig zur Sache: ab 20 Uhr wurden in den Räumlichkeiten des Jugendkellers St. Nepomuk ein amtlicher Rap-Battle abgehalten. Neben den Workshop-Teilnehmern waren die besten Freestyle-MCs der Region zugegen. Vor der Jury – bestehend aus dem Rap-Urgestein TONI-L und dem zweimaligen Gewinner des "Battle die Berta"-Turniers D-SYRO – dürfen sich jeweils zwei Kontrahenten einen Battle liefern. Auf den Sieger wartete ein Preisgeld von 400 Euro.

Der Workshop fand in Kooperation mit den französischen Organisationen OMJ - Mulhouse und dem Noumatrouff Mulhouse statt. Ziel ist es, dass Rapper aus Frankreich und Deutschland zusammenkommen, sich austauschen und gemeinsam neue Songs schreiben und aufnehmen. Der Workshop wurde vom Medienkompetenz-Fund der Initiative Kindermedienland unterstützt. Dieses Förderprogramm unterstützt Maßnahmen, die die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Baden-Württemberg nachhaltig stärken. Dabei soll die Vorreiterrolle des Landes Baden-Württemberg im Bereich innovativer und kreativer Medienkompetenzprojekte unterstrichen werden.

Kontakt

Geschäftsstelle der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg
Breitscheidstraße 4
70174 Stuttgart

 

Ulrike Karg
0711 / 90715 - 311
karg@mfg.de

 

Laura Jaenicke
0711 / 90715 - 348
jaenicke@mfg.de