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Von Pinsel bis Pixel: In der Staatsgalerie trifft Medienbildung auf Kunst

Staatsgalerie Stuttgart: Von Pinsel bis Pixel

In der Stuttgarter Staatsgalerie kann zweimal im Monat jeder zum Künstler werden. Bei dem Mitmachangebot werden neuerdings auch digitale Medien eingesetzt. Mit Pinsel und Kreide erstellte Kunstwerke können mit Apps in animierte Filme und Sequenzen verwandelt werden. Wir haben es ausprobiert.

Das offene Angebot „Von Pinsel bis Pixel“ wurde in diesen Sommerferien komplett „überrannt“, so Anke Bächle, Ansprechpartnerin für Bildung und Vermittlung der Stuttgarter Staatsgalerie. Neulich standen offenbar 67 Personen an einem Sonntagnachmittag in der Hugo Boss-Werkstatt und erprobten gemeinsam den Siebdruck. Wenn ganze Familien mit Kinderwagen und Großeltern auftauchen, bekommt jeder eine Aufgabe. Besonders Väter sind beim künstlerischen Ausprobieren immer besonders motiviert, verrät Anke Bächle.

Foto-Galerie „Von Pinsel bis Pixel“

Bei „Von Pinsel bis Pixel“ kann wirklich jeder mitmachen, denn es gibt keine Altersbeschränkung. Letzte Woche waren der jüngste Besucher der Werkstatt sieben und der älteste 80 Jahre alt. Während die Älteren manchmal zögern, gehen die jüngeren Besucher ganz spielerisch ans Werk. Betreut werden die Besucher durch Studenten der Stuttgarter Kunstakademie, die Tipps geben, den kreativen Prozess begleiten und Fragen jeder Art beantworten.

Für Menschen, die sich als Künstler ausprobieren wollen, hält die Werkstatt alle erdenklichen Materialien bereit: Pinsel, Buntstifte, Kreide, Scheren, Papierbögen, Stoffe, Klebespray sowie eine Papierschneidemaschine. Seit kurzem können in der Werkstatt auch digitale Werkzeuge eingesetzt werden. Mit Unterstützung des Medienkompetenz-Funds der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg hat die Staatsgalerie dieses Jahr zwei iPads angeschafft. Damit sollen statische Kunstwerke in digitaler Form zum Leben erweckt werden können.

Momentan ist man an im Fachbereich „Praxis“ der Staatsgalerie noch in der Findungsphase, wie sich die Bildende Kunst mit den iPads erweitern lässt. Unterstützung erhalten die Mitarbeiter des Fachbereiches vom Stadtmedienzentrum Stuttgart, wo auch Lehrkräfte beim Einsatz von Tablets im Unterricht geschult werden. Anke Bächle berichtet, dass die iPads regelmäßig in der Werkstatt eingesetzt werden. Neulich dokumentierten Werkstatt-Besucher mithilfe der Geräte den künstlerischen Entstehungsprozess: Während ein Besucher mit Aquarell-Technik ein Porträt anfertigte, konnte ein anderer die Entstehung mit dem Tablet Bild für Bild festhalten. Danach wurde mithilfe von iMovie eine Stop-Motion-Sequenz daraus erstellt.

Stop-Motion-Sequenz "Wie ein Aquarell-Porträt entsteht"

Wir wollten selbst ausprobieren, wie Kunst mithilfe digitaler Medien erweitert werden kann. Mit Papier, Stiften und Scheren gestalteten wir eine Unterwasserlandschaft, in der Fische, Muscheln, Algen und ein Tiefseetaucher animiert werden sollten. Beim Basteln der Figuren konnte sich jeder einbringen. Vom freischaffenden Künstler Valentin Hennig angeleitet, schnitten wir Figuren aus und befestigten daran bewegliche Augen und Gliedmaße. Mit einem auf dem Tisch fixierten iPad entstand nun Bild für Bild ein Trickfilm, wozu eine kurze Geschichte benötigt wurde. Kurzerhand einigten wir uns auf eine aquatische Liebesgeschichte, die wir unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten wollen:

Hier geht's zum Trickfilm "Nemo und Julia"

„Von Pinsel bis Pixel“ im Internet

Das Mitmachangebot an der Staatsgalerie Stuttgart wurde mit Unterstützung des Medienkompetenz-Funds der Initiative Kindermedienland durchgeführt. Dieses Förderprogramm unterstützt Maßnahmen, die die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Baden-Württemberg nachhaltig stärken. Dabei soll die Vorreiterrolle des Landes Baden-Württemberg im Bereich innovativer und kreativer Medienkompetenzprojekte unterstrichen werden.

Kontakt

Geschäftsstelle der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg
Breitscheidstraße 4
70174 Stuttgart

 

Ulrike Karg
0711 / 90715 - 311
karg@mfg.de

 

Laura Jaenicke
0711 / 90715 - 348
jaenicke@mfg.de